Mutterkuchen

aus: Medizin-Lexikon.de

(Placenta)

das Organ, durch das die Frucht von der Mutter alle lebenswichtigen Substanzen (Sauerstoff und Nahrungsstoffe) erhält und alle Abbauprodukte (Kohlendioxid und harnfähige Substanzen) an die Mutter abgibt. Das Gewebe der Plazenta gehört teilweise dem mütterlichen Organismus an, nämlich der Schleimhaut der Gebärmutter, teils ist es aus dem befruchteten Ei entstanden, nämlich aus den Eihäuten. Die untrennbare Verbindung der Bestandteile erfolgt durch baumartig verästelte Zotten der äußeren Eihaut, des Chorions, die in die Gebärmutterschleimhaut sprossen und hier die mütterlichen Blutgefäße eröffnen, so dass das Blut der Mutter und das in den Zotten befindliche Blut der Frucht nur durch dünne Zellschichten voneinander getrennt sind, durch die hindurch der lebenswichtige Austausch chemischer Substanzen, aber auch der Übertritt von Krankheitserregern, erfolgen kann. Die Verbindung der Frucht mit dem Mutterkuchen erfolgt durch die Nabelschnur, in der zwei Nabelarterien das verbrauchte Blut zur Plazenta und eine Nabelvene das angereicherte Blut zurück zur Frucht bringen.

Die Plazenta ist eine Scheibe mit einem Durchmesser von etwas über 20 cm. Am Rande geht sie in die dünnen Anteile der Eihäute über. Mit diesen zusammen umgibt sie die Amnionhöhle, in der sich die Frucht und das Fruchtwasser befinden. Nachdem das Kind geboren ist, wird die Plazenta zusammen mit den dünnen Anteilen der Eihäute als Nachgeburt ausgestoßen.