Syphilis

aus: Medizin-Lexikon.de

Syphilis (Lues) ist eine übertragbare, bakterielle Geschlechtskrankheit.

Erreger ist Treponema pallidum, eine Art der Spirochäten. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis fünf Wochen.

Verlauf

Erstes (primäres) Stadium

An der Infektionsstelle entsteht ein bohnen- bis markstückgroßes, kreisrundes, scharfrandiges, nicht schmerzendes Geschwür (harter Schanker, Primäraffekt); fast gleichzeitig Schwellung der Leistendrüsen, die gleichfalls nicht schmerzhaft ist.

”’Zweites (sekundäres) Stadium ”’

Es entwickeln sich Hautausschläge, rote Flecken und nässende Papeln an den Mundwinkeln und auf den Schleimhäuten, weiße Flecken auf Wangen- und Zungenschleimhaut sowie ein Ausschlag an der Haargrenze (Venuskrone, Corona veneris). Außerdem treten bräunliche Knötchen an den Handtellern und Fußsohlen auf, weißliche Flecke am Hals, unregelmäßiger Haarausfall; Kopfschmerzen, Lähmungen, Seh- und Gehstörungen. Dauer ohne Behandlung drei bis fünf Jahre; erscheinungsfreie Zeiten wechseln mit Rückfällen.

”’Drittes (tertiäres) Stadium ”’

Hautgeschwüre von typischer Nierenform, die in der Mitte abheilen und nach den Rändern weiterkriechen; ferner bilden sich Gummiknoten in Haut, Schleimhäuten, Leber, Muskeln, Knochen, Gehirn, mit geschwürigem Zerfall, außerdem Gelenkentzündungen. Spätkrankheiten der Syphilis (Metasyphilis) sind progressive Paralyse, Rückenmarksschwindsucht, Aneurysma, Aortenentzündung.

Angeborene Syphilis

Syphilis kann vor der Geburt durch die syphilitische Mutter auf das Kind übertragen werden (angeborene Syphilis, fälschlich Erb-Syphilis genannt). Durch antisyphilitische Behandlung der Schwangeren lässt sich die Ansteckung vermeiden. Die angeborene Syphilis tritt meist kurz nach der Geburt (selten später) auf.

Sie äußert sich durch syphilitischen Schnupfen mit Zerstörung der Nasenscheidewand (Sattelnase), Schälblattern, erbsengroße Bläschen an Handflächen und Fußsohlen mit trübem, weißlichem Inhalt (nicht zu verwechseln mit gewöhnlichem Blasenausschlag), Milzschwellungen, Knochenentzündungen, kleine, bräunliche, scheibenförmige Erhebungen an Handtellern und Fußsohlen, Haarausfall, Nagelentzündung, tiefe Einrisse in den Lippen. Bei unbehandelten Kindern Rückfälle in der Pubertät mit nässenden Papeln, Hornhaut-, Ohrentzündungen, schweren Missbildungen der Zähne; auch die metasyphilitischen Erscheinungen kommen bei angeborener Syphilis vor.

All headings of this content.
Content Index