Nikotin

aus: Medizin-Lexikon.de

(französisch)

benannt nach dem französischen Diplomaten Jean Nicot, der 1560 Samen der aus Amerika nach Portugal importierten Tabakpflanze nach Paris schickte. Nikotin ist ein Alkaloid der Tabakpflanze (Nicotiana), das in reiner Form (klare Flüssigkeit) eines der stärksten Pflanzengifte ist. Bereits 50 Milligramm können für einen erwachsenen Menschen tödlich wirken. Im Tabak liegt Nikotin in gebundener Form vor und wird beim Rauchvorgang freigesetzt. Bis zu 30 % davon gelangen in den Rauch und können aus diesem aufgenommen werden. Kleine Nikotinmengen werden vom Körper unwirksam gemacht. Raucherschäden wie Reizungen der Magenschleimhaut, Magengeschwüre, Veränderungen der Blutgefäße und Lungenkrebs haben ihre Ursache auch in anderen Tabakinhaltsstoffen (vergleiche Nichtraucherschutz). Nikotin hat keine therapeutische Bedeutung. Es wird als von Rohnikotin oder Tabakextrakten zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen eingesetzt.