Nachgeburtsphase

aus: Medizin-Lexikon.de

Die Nachgeburtsphase beginnt unmittelbar nach dem Austritt des Kindes aus dem mütterlichen Körper. Die Gebärmutter (Uterus) zieht sich weiter zusammen, dadurch löst sich der Mutterkuchen (Placenta) von der Gebärmutterschleimhaut (Tunica mucosa). Dieser Vorgang kann bis zu einer halben Stunde dauern.

Dann setzen leichte Nachgeburtswehen ein und schließlich wird durch eine einzige Presswehe die Nachgeburt, die aus dem Mutterkuchen, der Haut der Fruchtblase und der Nabelschnur (Funiculus umbilicalis) besteht, ausgestoßen. Diese wird auf Vollständigkeit überprüft, denn beim Verbleiben von Resten in der Gebärmutter kann es zu Infektionen und starken Blutungen kommen. Zunächst kommt es noch zu beträchtlichen Blutungen aus den Gefäßen, an denen die Plazenta haftete. Diese Stelle verkleinert sich aber während der Nachwehen. Durch Thrombenbildung kommt es zum Verschluss dieser Gefäße. Die Konzentration der Gerinnungsfaktoren ist zum Ende der Schwangerschaft höher als sonst.

Mutter und Säugling werden auf Geburtsschäden hin untersucht. Die Geburt ist damit beendet, die Mutter wird ab jetzt als Wöchnerin bezeichnet.