Beschneidung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Circumcisio, Zirkumzision)

    Beschneidung beim Mann

    Die Beschneidung ist beim Mann die operative Entfernung eines Teiles der Vorhaut durch Umschneidung, Abschneiden oder Einritzen der Penisvorhaut. Sie wird rituell bei Neugeborenen und anlässlich der Mannbarkeitsriten (Initiationsriten) bei Juden, Mohammedanern und in vielen afrikanischen Stämmen durchgeführt. In allen anderen Kulturen wird die Beschneidung bei Vorhautverengung durchgeführt.

    Beschneidung bei der Frau

    In einigen Kulturen findet außerdem eine rituelle Beschneidung der Frau statt, bei der die Klitoris und manchmal auch Teile der großen und kleinen Schamlippen in der Pubertät ohne Narkose entfernt werden. Dabei handelt es sich im Gegensatz zur Beschneidung der Männer um eine folgenschwere Verstümmelung, die oft schon während der Durchführung bei Verletzung von Arterien und wegen der mangelnden Hygiene zum Tode führen kann. Die Frauen sind durch Entfernung der Klitoris zu keinem Orgasmus mehr fähig, außerdem kann sich der Austritt der Harnröhre an der Klitoriswurzel durch Narbengewebe verschließen. Die Entfernung der Schamlippen führt zu noch weiter reichenden Vernarbungen, die bis zum Verschluss der Scheidenöffnung führen können und so zu Geburtskomplikationen. Da der Sinn der Beschneidung von Frauen nur darin besteht, sie durch Entfernung der lustempfindlichen äußeren Geschlechtsteile zu sexuellem Desinteresse und somit zur Treue zu zwingen, haben sich in vielen (auch betroffenen) Ländern Frauenorganisationen gebildet, die für eine Befreiung der Frauen und gegen die rituelle Beschneidung kämpfen.