Nierenabszess

Aus Medizin-Lexikon.de

Einschmelzungsherd im harnbildenden Gewebe der Niere. Er wird durch Eitererreger verursacht, die entweder aus dem Blut oder aus dem Nierenbecken (Nierenbeckenentzündung) stammen. Neuerdings weiß man, dass Bakterien auch aus dem Bauchraum in die Niere eindringen können, z.B. bei Bauchfellentzündung (Blinddarmentzündung), aber auch schon bei chronischer Verstopfung. Bei Blutvergiftung oder bei Streptokokkeninfektionen, wie Scharlach, bilden sich oft kleine Bakterienansammlungen im Nierengewebe (Mikro-Abszesse), die größer werden oder auch abheilen können. Abszesse im Nierenfett heißen para- oder perinephritische Abszesse, besonders gefährlich sind sie beim Übergang auf die Nebenniere (Addison-Krankheit). Solche Nierenabszesse sacken oft nach unten ins Becken und können zwischen den Beinen oder unter die Schenkelhaut durchbrechen (Senkungsabszess). Nierenabszesse verursachen meist Schmerzen in der Kreuzgegend, die aber auch in den Schenkel ausstrahlen. Wird die Nierenfunktion beeinträchtigt, kommen Ödeme und Bluthochdruck dazu.


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