Reflex

Aus Medizin-Lexikon.de


Als Reflex bezeichnet man eine unwillkürliche Reaktion eines Muskels auf einen von außen an den Körper herangebrachten Reiz. Bei Reflexen wird die Erregung im Rückenmark (Medulla spinalis) direkt an die motorische Bahn weitergegeben.

Im Gegensatz dazu stehen bewusste Reaktionen: Hier werden die Information vom Rückenmark zuerst an das Gehirn (Cerebrum) weitergeleitet, um hier Anweisungen aufzunehmen.

Der Reflexbogen

Grundlage eines Reflexes ist der Reflexbogen, der aus mehreren Teilen besteht, die eine funktionelle Einheit bilden:

Ein Empfangsorgan (Rezeptor) registriert die von außen ankommenden Informationen und leitet sie weiter über ein afferentes Neuron (Reizleitungsglied), über das das Rückenmark Impulse erhält.

In einer Kontaktstelle (Synapse) erfolgt die Umschaltung von der sensiblen auf die motorische Nervenzelle. Diese Impulse verlassen das Rückenmark über ein efferentes Neuron zum Erfolgsorgan.

Beispielhaft für diesen Vorgang ist der Kniesehnenreflex (Patellarsehnenreflex). Durch den Schlag eines Reflexhammers wird der vierköpfige Oberschenkelmuskel (Musculus quadriceps femoris) plötzlich gedehnt. Diese Dehnung wird über die Muskelspindeln an das Rückenmark (Medulla spinalis) weitergegeben. Hier veranlassen die motorischen Vorderhornzellen die Kontraktion des Muskels.

Der Muskeleigenreflex

Muskeleigenreflexe laufen meist innerhalb eines Rückenmarksegments ab. Hier sind eine sensible und eine motorische Nervenzelle zusammengeschlossen (monosynaptischer Reflex).

Der Fremdreflex

Bei Fremdreflexen werden Muskelanspannungen von der Haut ausgelöst. Streicht man über die Bauchhaut, spannen sich die Bauchmuskeln an (Bauchdeckenreflex). Hier sind meist mehrere Nervenzellen beteiligt (mehrere Kontaktstellen/ polysynaptischer Reflex).


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