Reizleitungssystem
Aus Medizin-Lexikon.de
das Gewebe, das die Tätigkeit des Herzmuskels (Herz) steuert, indem es Reize für diesen bildet und überleitet. Histologisch ist es dem Herzmuskelgewebe ähnlich.
Es besteht aus zwei Anteilen:
1) der sinu-auriculäre Anteil: Er liegt als Sinus-Knoten oder Keith-Flach-Knoten in der Wand des reichten Vorhofs zwischen Mündung der oberen Hohlvene und rechtem Herzohr.
2) der atrio-ventriculäre Anteil: Die Hauptteile des artrio-ventriculären Anteils sind
a) der Aschoff-Tawara-Knoten, der in der Wand des rechten Vorhofs nahe der Trikuspidalklappe liegt,
b) das His-Bündel, das durch die Wurzel dieser Klappe zieht und so die einzige Brücke zwischen Vorhof- und Kammermuskulatur herstellt, die im übrigen vollständig durch ein bindegewebiges "Herzskelett" voneinander getrennt sind, und
c) der rechte und der linke Schenkel des His-Bündels, die an der Kammerscheidewand zur Muskulatur der rechten bzw. linken Kammer ziehen und sich hier verzweigen.
Neben der normalerweise in Erscheinung tretenden Fähigkeit der Reizleitung haben alle atrio-ventriculären Anteile die Fähigkeit zur Reizbildung. Dies zeigt sich, wenn z.B. das His-Bündel in seinem vorhofnahen Anteil zu Grunde geht. In diesem Fall können seine Kammerschenkel beginnen, selbstständig Reize zu bilden, und dann schlagen die Kammern weiter, allerdings in einem anderen Rhythmus als die Vorhöfe. Parasympathikus und Sympathikus bewirken, dass die Zahl der pro Minute gebildeten Reize, ihre Stärke, die Geschwindigkeit der Leitung usw., den allgemeinen Bedürfnissen des Körpers angepasst sind. Der Impuls zum Schlagen entsteht dagegen im Reizleitungssystem selber, normalerweise im Sinusknoten. Jede Änderung am Reizleitungssystem verursacht deutliche Veränderungen im Elektrokardiogramm.
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