Durchfall

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Diarrhoe)

    häufiger, dünnflüssiger, meist schmerzhafter Stuhlgang. Ursache ist eine Reizung der Darmnerven durch Gifte (Abführmittel) oder Entzündung der Darmschleimhaut, aber auch rein nervöse Störungen, durch welche die Darmtätigkeit beschleunigt wird, so dass dem Dickdarm die Zeit fehlt, dem Inhalt das Wasser zu entziehen. Dazu kann bei erhöhter Durchlässigkeit der entzündeten Darmschleimhaut auch noch eine Wasserabsonderung in den Darm kommen.

    Maßgeblich für die Entstehung des Durchfalls ist vor allem der Dickdarm, in dem normalerweise der Stuhl eingedickt wird. Durch nervöse Reize wie Schreck, Examensangst, Übermüdung oder kalte Getränke, kalte Füße und dergleichen wird gewöhnlich nur eine plötzliche Darmentleerung ausgelöst, nach der die Darmtätigkeit wieder normal ist. Erhöhte Reizbarkeit der Darmnerven besteht auch bei Schilddrüsenüberfunktion. Ist der Durchfall mit Übelkeit, Fieber, Krankheitsgefühl und anderen Allgemeinstörungen verbunden und dauert er länger als einen Tag, handelt es sich meist um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird.

    In den Tropen gibt es heute noch Cholera und Amöbenruhr. Der Durchfall beim Urlaub im Süden entsteht übrigens öfter als man meint durch einen Sonnenstich (typisch: plötzlicher Beginn um Mitternacht mit hohem Fieber und Erbrechen, Abklingen innerhalb eines Tages).

    Länger anhaltender Durchfall entzieht dem Körper große Mengen Wasser und Elektrolyte. Dadurch kann ein Zustand entstehen, in dem der Durchfall sich selbst unterhält und durch Versagen aller lebenswichtigen Regulationen zu rascher Austrocknung und zum Tode führt, ohne dass dies durch eine schwere Infektionskrankheit gerechtfertigt wäre.