Milz

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (griechisch: Splen, lateinisch: Lien)

    das einzige in der Bauchfellhöhle (Bauchfell) gelegene Organ, das nicht zum Verdauungsapparat gehört. Die Milz liegt im linken Oberbauch schräg hinter und unter dem Magen dem Zwerchfell an. Mit ihrer Längsachse verläuft sie entlang der 10. Rippe, in ihrer Breite von der 9.-11. Rippe. Sofern sie nicht vergrößert ist, erreicht ihr unterer Pol auch bei stärkster Einatmung nicht den Rippenbogen, obwohl sie sich bei der Atmung mit dem Zwerchfell bewegt. Ihre dem Zwerchfell abgekehrte Seite liegt dem Magen, der linken Niere und dem Dickdarm an und trägt den Hilus, wo Milzarterie und Milzvene mit mehreren Ästen ein- bzw. austreten. Innerhalb der Milz verlaufen die sich weiter verzweigenden Gefäße in Bindegewebsbalken, den "Trabekeln". Den feinsten Trabekeln sitzen Lymphknötchen von unter 1 mm Durchmesser auf, innerhalb derer sich die Arterien pinselartig aufzweigen, um schließlich in ein Schwammwerk von Bluträumen zu münden, die keine vollständige Wandumkleidung aufweisen, sondern sich in die feinsten Raumsysteme des sie umgebenden Retikulums aufweiten. Die Venen führen das Blut ab. Die Summe aller Trabekel, zusammen mit der bindegewebigen, von glattem Muskelgewebe durchsetzten "Milzkapsel", wird als "Milzstroma" bezeichnet, die Summe aller Lymphknötchen als "weiße Pulpa" und das die Sinus umgebende Retikulum, als "rote Pulpa". Die Milz ist ein Abwehrorgan des Organismus gegen Infektionen. Überdies baut sie alte rote Blutkörperchen ab. Entsprechend den genannten Funktionen treten Vergrößerungen der Milz bei Infektionen und bei Blutkrankheiten auf.