Fieber

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (griechisch: Pyrexic, lateinisch: Febris)

    Definition

    Der Begriff Fieber bezeichnet eine Erhöhung der Körpertemperatur über ca. 37 °C. Man spricht von erhöhter Temperatur bis ca. 37,5 °C, von mäßiger subfebriler Temperatur bis 38,5 °C, von hohem Fieber bis 40,5 °C und von sehr hohem Fieber bis 42 °C. Bei darüber liegenden Werten besteht eine Hyperpyrexie, die beim Menschen bald zum Tod führt.

    Viele Krankheiten, die von Fieber begleitet sind, werden danach benannt, z.B. Rückfallfieber, Schwarzwasserfieber, Wundfieber, Wochenbettfieber und Durstfieber.

    Funktion

    Die Erhöhung der Temperatur steht meist in festem Verhältnis zu einer gleich starken Beschleunigung der Herzfrequenz, die ebenso wie der bei raschem Temperaturanstieg auftretende Schüttelfrost Ausdruck einer Erregung des Sympathikus ist. Die Auffassung, dass Fieber an sich nützlich sei, wird zwar allgemein vertreten, ist aber kaum bewiesen, wenngleich das Fehlen von Fieber manchmal Zeichen einer Abwehrschwäche sein kann. Die medikamentöse Senkung des Fiebers ist daher meist zu empfehlen, soweit sie sich keiner Mittel bedient, welche die Abwehrfunktionen beeinträchtigen.

    Ursprung

    Fieber kann durch viele, auch körpereigene (z.B. Hämoglobin), Stoffe erzeugt werden, von denen die Bakteriengifte und die dagegen gebildeten Abwehrstoffe nur eine Gruppe darstellen. Im Hirnstamm gibt es eine Stelle, deren Verletzung ebenfalls Fieber erzeugt.

    4. Verlauf

    Nach der Art des Verlaufs unterscheidet man:

    a) Febris continua von gleichbleibender Höhe über mehrere Tage;

    b) Febris remittens mit Tagesschwankungen von bis zu 1,5 °C;

    c) Febris intermittens mit mehrfachen starken Schwankungen zwischen hohem Fieber und normalen Intervallen.

    Der Verlauf des Fiebers wird durch die Ausdrücke Stadium incrementi ("Anstieg des Fiebers"), Fastigium ("Gipfel der Temperaturkurve") und Stadium decrementi ("Fieberabfall") bezeichnet. Der Fieberabfall wird oft auch Krise genannt, wenn er plötzlich erfolgt, bzw. lytischer Abfall, wenn er langsam eintritt. Wie der Anstieg von Frösteln bis Schüttelfrost, so ist der Abfall des Fiebers von Wärmegefühl und Schwitzen begleitet.