Gewebe

    Aus Medizin-Lexikon.de

    ein System gleichartiger Zellen mit - falls vorhanden - gleichartiger interzellularer Substanz (interzellulär). Man unterscheidet vier Haupttypen von Geweben:

    Epithelgewebe (Epithel), das nur aus Zellen besteht,

    Binde- und Stützgewebe, bei denen an Masse die interzellulare Substanz überwiegt, die in ihrer Struktur der jeweiligen mechanischen Funktion angepasst ist (Bindegewebe und Stützgewebe),

    Nervengewebe, das die Fähigkeit hat, Reize aufzunehmen, zu leiten und zu verarbeiten. Die Einheit des mit diesen Fähigkeiten ausgestatteten Gewebes ist das Neuron. Aber auch die Stützelemente des Nervensystems, denen diese Fähigkeit höchstwahrscheinlich nicht zukommen, die Gliazellen, werden wegen gemeinsamer Herkunft dem Nervengewebe zugerechnet,

    Muskelgewebe, das die Fähigkeit besitzt, durch eintreffende Reize aus dem Nervensystem seine Länge zu verändern und Voraussetzung für Verdauung, Herzleistung, Atmung und Fortbewegung ist. Nicht alle Bauelemente des Körpers lassen sich eindeutig einem der genannten Hauptgewebetypen zuordnen. Oft wird das Blut als ein besonderes flüssiges Gewebe beschrieben. In jedem Organ sind mehrere Gewebe in einer für das Organ typischen Weise miteinander verbunden. Die Gewebe sind die Baumaterialien, die Organe die Formeinheiten des Körpers. Die Lehre von den Geweben heißt Histologie.