Harnröhre

aus: Medizin-Lexikon.de

(lateinisch: Urethra)

der letzte Abschnitt der Harnwege (Harnorgane).

Die kurze weibliche Harnröhre führt von der Harnblase zum Scheidenvorhof.

An der wesentlich längeren männlichen Harnröhre (Urethra masculina) werden drei Anteile unterschieden:

die Pars prostatica, die unmittelbar nach Verlassen der Harnblase durch die Vorsteherdrüse (Prostata) verläuft, die Pars diaphragmatica, die durch das den Boden des Beckens bildende Diaphragma urogenitale verläuft, die Pars spongiosa, die in einem Schwellkörper des Penis verläuft. An der Hinterseite der Pars prostatica befindet sich ein länglicher Hügel, an dem die beiden Samenleiter münden. Von hier an ist also die Harnröhre gemeinsamer Harn- und Samen-Weg. Beide Geschlechter verfügen über zwei Harnblasenschließmuskel: Der innere besteht aus glattem Muskelgewebe und liegt am Übergang der Harnblase in die Harnröhre, der äußere, ein quergestreifter Muskel, liegt am Durchtritt durch das Diaphragma urogenitale. Im Gegensatz zu den übrigen Teilen der Harnröhrenwand sind diese zwei Muskeln stark dehnbar. Die engste nicht dehnbare Stelle der männlichen Harnröhre ist die äußere Öffnung an der Eichel (Penis).