Nierenentzündung

aus: Medizin-Lexikon.de

auch: Nephritis, Glomerulonephritis, Brightsche Krankheit;

eine Krankheit, bei der die Knäuel aus Blutgefäßen (Glomeruli) betroffen sind, aus denen das Blutwasser in die Harnkanälchen ausgeschieden wird. Aus diesem Grunde ist bei Nierenentzündung die Wasserausscheidung verringert und man findet oft einzelne Blutkörperchen im Urin (Mikrohämaturie). Im Gegensatz zur Nephrose tritt nur wenig Eiweiß im Urin auf. Hingegen ist der Blutdruck fast immer stark erhöht und man findet bald eine Vermehrung harnpflichtiger Substanzen (Harnstoff, Reststickstoff) im Blut. Durch die Hemmung der Wasserausscheidung kommt es zu Ödemen, die zuerst im Gesicht auftreten. Die Nierenentzündung geht in eine Nierenschrumpfung über, wobei der Tod durch Harnvergiftung eintritt, wenn nicht durch den hohen Blutdruck vorher ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt ausgelöst wird.

Die Nierenentzündung kann schleichend beginnen, sie kann aber auch meist nach Scharlach, Masern oder Diphtherie plötzlich mit voller Stärke einsetzen. Dann erzeugt die plötzliche Blutdrucksteigerung Herzbeschwerden, Brustenge, Kopfschmerzen sowie schon frühzeitig auch Ödeme. Der Urin ist spärlich bis zur völligen Harnverhaltung und oft bräunlich verfärbt.