Sehne

aus: Medizin-Lexikon.de

(Tendo)

Über Sehnen wird der Muskelzug (siehe Muskel) auf den Knochen übertragen. Sie gehen an Muskelursprung (Origo) und Muskelansatz (Insertio) in die kollagenen Fasern des Knochens über. Sehnen bestehen aus zugfesten kollagenen Faserbündeln und fassen die Muskelfaserbündel an ihren Enden zu einer seilähnlichen festen Struktur zusammen.

Kurze Sehnen bilden den Ansatz eines Muskels, wie z.B. am großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) zu sehen ist. Die Sehnen der Hand- und Fußmuskulatur dagegen sind sehr schmal und lang. Flächenhafte Sehnen (Aponeurosen) kommen an schrägen Bauchmuskeln vor.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Sehnen liegt darin, dass es Druck- und Zugsehnen gibt:

Drucksehnen ändern ihre Verlaufsrichtung, indem sie um einen Knochen herum ziehen, und werden auf der dem Knochen zugewandten Seite auf Druck beansprucht. Beispielhaft dafür ist die Ansatzsehne des langen Wadenmuskels (Musculus peronaeus longus). Er zieht seitlich um das Würfelbein herum und setzt dann an der Unterseite des Fußes an. Zugsehnen verlaufen in Hauptrichtung zum Muskel und werden nur auf Zug beansprucht.Sehnen gehören zu den Hilfsorganen der Skelettmuskulatur. Weitere Hilfsorgane sind Muskelfaszien, Sehnenscheiden (Vagina tendinis), Gleitbeutel (Bursa synovialis), Sesambeine (Os sesamoideum) und Sesamknorpel.