Wunde

aus: Medizin-Lexikon.de

gewaltsame Trennung von Gewebszusammenhängen. Durch die Gewalteinwirkung (Stich, Schnitt, Schuss, Zerreißung, Quetschung, Aufschürfung) werden gewöhnlich auch Blutgefäße verletzt, so dass es zu einer primären Blutung kommt. Aber auch wenn diese ausbleibt, tritt allmählich aus dem verletzten Gewebe Blutwasser aus, dessen Fibrin zu einer zunächst weichen, später trocknenden Kruste erstarrt. Dadurch wird die Wunde verschlossen. Werden kleine Arterien verletzt, hören diese nach einigen Augenblicken auf zu spritzen, weil sie sich zusammenziehen. Kapillar- und Venenblutungen kommen viel langsamer zum Stehen. Unter dem Einfluss der Fibrinolyse wird der Fibrinpfropf besonders im Körperinnern allmählich aufgelöst, so dass zwischen dem sechsten und neunten Tag nach Verletzung (Operationen) eine so genannte Sekundärblutung auftreten kann. Nur die Haut kann bei der Heilung "unter dem Schorf" die Wundfläche wieder derart überziehen, dass keine Spur zurückbleibt, falls die Wunde nicht zu tief war. Der Schorf darf aber nicht abgerissen werden, weil sich sonst Granulationen bilden.