Blutgerinnung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Hämostase)

    Blutgerinnung ist ein lebensnotwendiger Vorgang, der dem Wundverschluss dient.

    Im Blutplasma befindet sich ein Eiweiß (Fibrinogen), das sich bei Verletzung im Gerinnungsablauf zu festem Fibrin umwandelt, das die Wunde verklebt. Die plasmatische Blutgerinnung (Fibrinbildung) ist ein Vorgang, der über 13 Stufen mit den 13 Gerinnungsfaktoren des Plasmas mithilfe von Gerinnungsenzymen (z.B. Thrombokinase) abläuft. Die Fibrinbildung dauert normalerweise drei bis fünf Minuten. Wenn ein Gerinnungsfaktor fehlt oder in zu geringer Konzentration vorhanden ist, kann sich kein Fibrin bilden (oder es bildet sich zu langsam). Man spricht bei Menschen mit fehlendem Gerinnungsfaktor von "Blutern" (Bluterkrankheit). Eine verzögerte Fibrinbildung kann unterschiedliche Gründe haben. Zwei häufige Ursachen sind ein Mangel an Kalzium (Faktor IV) und Vitamin K.

    Das Gerinnungssystem besitzt ein entgegengerichtetes System, die Fibrinolyse. Ist das System von Fibrinbildung und Fibrinolyse gestört, kommt es entweder zu einer Blutungsneigung oder zur Gerinnselbildung (Thrombose, Embolie, Infarkt).

    In der Medizin gibt es gerinnungsfördernde Substanzen (Koagulantien) und gerinnungshemmende Substanzen (Antikoagulantien). Im Labor durchgeführte Gerinnungsanalysen geben Aussage über eine beschleunigte oder verzögerte Gerinnung. Die am häufigsten ausgeführte Analyse ist der Quicktest.