Farbenblindheit

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Einleitung

    Die Farbenblindheit resultiert aus einer Augenerkrankung, die es einer Person unmöglich macht, entweder alle Farben oder einige Farbtöne wahrzunehmen (siehe auch Farbensinn). Die betroffenen Farben werden nur als unterschiedliche Grautöne wahrgenommen. Am weitesten verbreitet ist die Rot-Grün-Blindheit (Daltonismus). Diese Krankheit ist meistens angeboren, kann aber auch mit zunehmendem Alter auftreten.

    Allgemeine Einteilung

    Generell wird unterschieden zwischen

    a) der Farbenasthenopie, dem schnellen Nachlassen des Farbensehens und

    b) der Farbenamblyopie, der selektiven Farbenwahrnehmung und der Farbenanomalie, die entweder als Trichromasie oder als Dichromasie auftritt.

    Angeborene und erworbene Farbenblindheit

    Angeborene Farbenblindheit

    Angeborene Farbenblindheit tritt bei 8 % der Männer und 0,4 % der Frauen auf.

    Der Einteilung der Farbenblindheit liegt die Beobachtung zugrunde, dass der Farbtüchtige sich alle Farbmischungen aus den drei Grundfarben (rot, grün, blau) zusammengesetzt. Fehlt eine der drei Grundfarbenempfindungen, handelt es sich um eine Dichromasie, es werden nur noch zwei Grundfarben unterschieden.

    Beim Fehlen der Grundempfindung rot spricht man von Rotblinden (Protanopen), ist die Rotempfindung nur abgeschwächt, von Rotschwachen (Protanomalen).

    Ist die Grundfarbe grün ausgefallen, also die 2. Komponente, spricht man von Grünblinden (Deuteranopen), ist die Grünempfindung nur abgeschwächt, von Grünschwachen (Deuteranomalen).

    Bei dem Ausfall der 3. Komponente, der Grundfarbenempfindung blau, handelt es sich um Blaublinde (Tritanope) oder bei nur abgeschwächter Blauempfindung um Blauschwache (Tritanomale).

    Um eine totale Farbenblindheit (Monochromasie) handelt es sich, wenn nur grau in verschiedenen Abstufungen, schwarz oder weiß erkannt wird. Da bei Monochromaten eine Minderwertigkeit der Zapfen besteht, kann zugleich Schwachsichtigkeit, Augenzittern, starke Blendungsempfindlichkeit mit Herabsetzen des Tagessehen vorhanden sein, während zur Nachtzeit mit den funktionstüchtigen Stäbchen verhältnismäßig gut gesehen wird.

    Erworbene Farbenblindheit

    Erworbene Farbenblindheit kann bei zentralen Skotomen für Farben im Gesichtsfeld auftreten, z.B. bei Gefäßhaut- und Netzhauterkrankungen u.a., infolge von Nierenleiden oder bei Erkrankungen der optischen Bahnen zwischen Netzhaut und Hirnrinde.