Harnsystem

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Aufbau

    Das Harnsystem setzt sich zusammen aus der rechten und der linken Niere (Ren), den Harnleitern (Ureter), der Harnblase (Vesica urinaria) und der Harnröhre (Urethra). Hinzu kommen Organe, die dem Abfließen und Ausscheiden des Harns dienen, wie die Sammelrohre der Nieren und das Nierenbecken. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügt die Niere über ein kompliziert gebautes Gefäßsystem.

    Aufgaben

    Mehrere Aufgaben werden durch die Urinproduktion der Nieren und die Urinausscheidung über die ableitenden Harnwege erfüllt, um das innere Milieu des menschlichen Körpers zu regulieren.

    Dazu gehört das Ausscheiden harnpflichtiger Substanzen, d.h. die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten (v.a. Eiweißstoffwechsel). Fremdsubstanzen wie Medikamente oder Umweltgifte, die über die Nahrung in den Körper gelangen, werden im Urin ausgeschieden (Entgiftung).

    Durch die Bildung der Hormone Renin und Erythropoetin hat die Niere indirekt Beteiligung an der Blutbildung im roten Knochenmark und an der Blutdrucksteigerung.

    Eine besonders wichtige Funktion des Harnsystems liegt in der Regulation der Elektrolytkonzentrationen, vor allem der Salze Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphat. Sie sind beteiligt an unterschiedlichen Abläufen innerhalb des Organismus, wie z.B. Aufbau von Knochen und Zähnen, Muskelanspannung (Kalzium), Insulintransport in die Zelle (Kalium) und Beteiligung an der Auslösung zur Muskelkontraktion (Magnesium).

    Weitere Funktionen sind die Aufrechterhaltung des ph-Wertes (Säure-Basen-Gleichgewicht), die Konstanthaltung des Wassergehaltes und des osmotischen Drucks.