Grippeschutzimpfung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Die Grippeschutzimpfung ist eine prophylaktische Maßnahme gegen den Ausbruch einer durch das Influenza-Virus verursachten Infektion, in dessen Rahmen dem Empfänger abgetötete Krankheitserreger injiziert werden. Dadurch wird eine gewisse Resistenz des Immunsystems erreicht und das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, sinkt erheblich. Gegen andere Erkältungskrankheiten, wie grippale Infekte, ist diese Impfung wirkungslos.

    Was versteht man unter der Grippe?

    Viele Menschen verwenden den Begriff „Grippe“ als Synonym für sämtliche Formen der Erkältung. Dabei ist nur ein Bruchteil dieser Erkrankungen wirklich auf diese, auch Influenza genannte, Infektion zurückzuführen. Bei der Mehrheit der sogenannten „Erkältungen“ handelt es sich um lokale Entzündungen der Luftwege und des Rachens, die durch die verschiedensten Krankheitserreger ausgelöst werden können. Häufig sind Bakterien die Auslöser, aber auch bestimmte Viren und sogar Pilze können grippeähnliche Symptome auslösen. Leidet ein Mensch unter einer solchen Symptomatik, liegt dem aber keine eigentliche Grippe zu Grunde, spricht der Mediziner von einem grippalen Infekt.

    Die eigentliche Grippe wird durch das sogenannte Influenza-Virus (auch schlicht Grippevirus genannt) hervorgerufen und ist in ihrem Verlauf und ihrer Prognose wesentlich gefährlicher als ein grippaler Infekt. Es existieren mehrere Unterarten des Influenza-Virus – die bekannteste Unterteilung teilt das Virus in Influenza-Virus A und B. Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat dies allerdings nicht, beide Unterarten lösen die gleichen Symptome aus.

    Wie gefährlich ist eine Grippe?

    Eine Grippeinfektion verläuft stets wesentlich heftiger als ein grippaler Infekt. Dementsprechend besteht – gerade für abwehrgeschwächte oder ohnehin schon kranke Menschen – ein gewisses Risiko, an einer solchen Erkrankung zu sterben. In Zeiten mangelnder Hygiene und wenigen Therapiemöglichkeiten (z. B. im Mittelalter) fielen der Grippe zahllose Menschen zum Opfer. Aber auch heute kommt es, wenn auch mittlerweile sehr selten, zu vereinzelten Todesfällen in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurden offiziell Zahlen im Bereich von 30 – 40 Fällen pro Jahr registriert, wobei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Glücklicherweise lässt sich die Gefahr einer Grippe durch geeignete Impfmaßnahmen vermeiden.

    Wie funktioniert eine Grippeimpfung?

    Da die Gefahr, an einer Grippe zu erkranken, in den Wintermonaten deutlich erhöht ist, sollte eine Grippeschutzimpfung optimalerweise im Zeitraum zwischen September und November stattfinden. Auch eine Impfung im Sommer ist möglich. Zu diesem Zweck wird dem Patienten mittels einer Spritze eine Lösung aus abgeschwächten bzw. abgetöteten Influenzaviren injiziert. Diese sind zwar nicht mehr in der Lage eine Infektion auszulösen, der Körper reagiert dennoch sofort mit der Bildung von spezifischen Antikörpern. Diese richten sich selektiv gegen das Grippevirus. Das Immunsystem bekommt also in gewisser Weise eine Art „Gedächtnis“ für die Viren verabreicht.

    Einen 100 %-igen Schutz bietet zwar auch diese Impfung nicht, generell lässt sich aber sagen, dass bei jungen und gesunden Menschen über 90 % der Geimpften vollständig geschützt sind. Bei älteren Menschen ist die Zahl etwas geringer, aber gerade diese Menschen sollten sich wegen des oft schwächeren Allgemeinzustandes impfen. Selbst wenn – trotz Schutzimpfung – eine Grippeinfektion auftreten sollte, so verläuft diese meistes wesentlich harmloser.

    Anders als bei vielen anderen Infektionskrankheiten (z. B. Hepatitis A, Hepatitis B, Tollwut oder Tetanus) kann der Grippeschutz nicht über viele Jahre aufrechterhalten werden. Eine entsprechende Impfmaßnahme muss jährlich wiederholt werden. Das liegt daran, dass das Grippevirus eine sehr hohe Mutationsrate hat, sich also in seiner Struktur und Wirkung permanent verändert. Zu erwähnen sei auch noch, dass die Grippeschutzimpfung tatsächlich nur gegen die Grippe wirksam ist. Sämtliche andere Erkältungskrankheiten bzw. grippale Infekte, die durch andere Keime ausgelöst werden, können selbstverständlich weiterhin auftreten.

    Wer sollte sich unbedingt impfen lassen?

    Grundsätzlich steht die Grippeimpfung jedem zur Verfügung, der nicht allergisch auf den Impfstoff reagiert oder sonstige Unverträglichkeiten in dieser Hinsicht aufweist. Droht eine Grippeepidemie, so sollte auch wenn möglich jeder davon Gebrauch machen. Ansonsten ist eine Impfung besonders empfehlenswert für:

    • Personen, die älter als 60 Jahre alt sind, da mit dem Alter die Leistung des Immunsystems nachlässt
    • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
    • Personal, welches permanent einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt ist
    • Schwangere
    • alle Personen mit einer schweren chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus, Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs, Niereninsuffizienz, HIV, Lungenerkrankungen, multiple Sklerose, etc.

    Gegenanzeigen für eine Grippeschutzimpfung

    Besteht eine Allergie gegen Hühnereiweiß (Trägersubstanz des Impfstoffes) sollte von einer Grippeimpfung abgesehen werden. Des Weiteren muss nach einer kürzlich überstandenen Krankheit mindestens 2 – 3 Wochen gewartet werden, bis der Betroffene sich impfen lässt.

    Nebenwirkungen

    • Knochenschmerzen
    • Schmerzen an der Einstichstelle (u. U. Entzündung)
    • Muskelschmerzen
    • Kopfschmerzen
    • allgemeines Unwohlsein
    • Müdigkeit
    • Gefühl von ständiger Kälte
    • Fieber
    • Allergie